Wer ist dieser Tsitsipas?

Stefanos Tsitsipas schreibt die griechische Sportgeschichte um. – Foto: Lukas Coch/AAP/dpa

Mit seinem Sieg gegen Roger Federer hat sich Stefanos Tsitsipas am Australian Open ins Rampenlicht gespielt. Doch wer ist der Grieche, der als Kind gemobbt wurde, fast ertrank – und mit 20 ein Star ist?

Wo immer Stefanos Tsitsipas am Australian Open auch spielt, es herrscht eine Stimmung wie beim Fußball. Der 20-jährige Aufsteiger des letzten Jahres hat in Melbourne ein Heimspiel: Mehrere hunderttausend Griechen leben in der Umgebung, darunter einige Cousins von Tsitsipas. Die blau-weiße Welle trug 2006 Marcos Baghdatis, den Griechisch-Zyprioten und guten Freund von Tsitsipas, bis in den Final. Ähnliches wollen sie nun erneut schaffen.

Doch wer ist der Grieche eigentlich, der sich mit seinem Sieg gegen Roger Federer in den Fokus gespielt hat?

Tsitsipas ist kein Profi wie jeder andere, das war schon immer so. Seine Mutter Julia, eine gebürtige Russin, erzählte mal über ihren Sohn, dass dieser schon ein spezielles Kind war. Tsitsipas suchte nie den Anschluss zu seinen Freunden und wollte immer für sich bleiben. «Ich war immer allein, darum wurde ich in der Schule dann sogar gemobbt», sagt Stefanos heute. Später hat ihm diese Erfahrung aber geholfen, sich zusätzlich zu motivieren.

 

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Denn im Laufe der Jahre änderte sich Tsitsipas – und blieb doch immer besonders. Als er im Alter von zehn Jahren an ein Turnier in Nizza reiste, wurden ihm all seine Schläger gestohlen. Der junge Grieche hat damals aber nicht etwa geweint, sondern wollte nur ein einziges Racket als Ersatz haben. «Der erste Preis ist doch ein Schläger. Schreib mich einfach im U10- und im U12-Turnier ein», sagte er damals zu seinem Vater – und gewann beide Turniere.

Einige Jahre später, bei einem Turnier auf Kreta, wurde der  16-Jährige von einem älteren Mitspieler dazu überredet, im Anschluss an einen Saunagang ins Meer zu springen. Nach wenigen Sekunden waren die Jugendlichen wegen der starken Strömung schon 100 Meter vom Ufer entfernt. Tsitispas war bewusst, in welcher Gefahr er schwebte. Er erstarrte vor Angst und konnte kaum noch atmen. «Ich fühlte mich derart schlecht, dass ich zu visualisieren begann, dass ich sterben würde. Ich hatte das Gefühl, mich nicht mehr auf der Erde zu befinden, sondern im Nirgendwo zu schweben.»

So gefährlich lebt er heute nicht mehr. Und er hat sich auf seine Qualitäten auf dem Tennis-Platz konzentriert – aber nicht nur. Der 20-Jährige hat einen Youtube-Kanal und stellt Video-Blogs ins Internet; einerseits thematisiert er seine Reisen, andererseits aber auch umweltpolitische Probleme. «So kannst du Leute motivieren; Videos sind das beste Medium, um die Realität wiederzugeben. Ich mag es, zu meinen Fans zu sprechen. Ich möchte Kinder inspirieren, und wenn sie die Welt verändern wollen, wäre das fantastisch.»

Er bewundert Multimilliardär Elon Musk, der unter anderem das private Raumfahrtunternehmen SpaceX gründete und in den Elektroautohersteller Tesla investierte. «Er wird die Welt verändern, weil er eine andere Denkweise hat als alle anderen», hält Tsitsipas fest. Aber auch Tsitsipas derzeit die griechische Sportgeschichte um: erster Spieler in den Top 100, erster mit ATP-Titel. Und jetzt dieser Sieg gegen Roger Federer, der ihn endgültig ins Rampenlicht befördert hat.

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