Tsitsipas entthront Altmeister Federer

Stefanos Tsitsipas (hinten) besiegt Roger Federer in vier Sätzen. – Foto: Andy Brownbill/AP/dpa

Der Grieche Stefanos Tsitsipas hat Roger Federer bei den Australian Open entthront. Der Titelverteidiger hatte im Achtelfinale seine Chancen, erlebte letztlich aber eine weitere Enttäuschung bei einem Grand-Slam-Turnier.

Roger Federer winkte nach der nächsten Enttäuschung noch einmal tapfer ins Publikum und hob den Daumen. Mit dem Achtelfinal-Aus bei den Australian Open erlebte der Champion der vergangenen beiden Jahre erneut einen bitteren Abend auf großer Bühne und kann seine Bilanz von 20 Titeln bei den vier wichtigsten Turnieren nicht ausbauen. Der 37 Jahre alte Altmeister unterlag in einem Duell der Tennis-Generationen dem 20-jährigen Griechen Stefanos Tsitsipas am Sonntag 7:6 (13:11), 6:7 (3:7), 5:7, 6:7 (5:7).

«Ich bin der glücklichste Mensch auf der Erde. Es gibt nichts, um das zu beschreiben», sagte Tsitsipas gerührt. «Es war schon ein Traum für mich, gegen ihn in der Rod-Laver-Arena zu spielen», sagte der Youngster im Interview mit John McEnroe. Die einstige Nummer eins sagte zu den Zuschauern: «Sie haben die Wachablösung gesehen.» Federer entgegnete spitz: «Diese Geschichte habe ich in den vergangenen zehn Jahren gehört.»

Mit einem siebten Triumph in Australien wäre Federer alleiniger Rekordsieger des Turniers geworden. Der entthronte Titelverteidiger war zuletzt im vorigen September im Achtelfinale der US Open überraschend am australischen Außenseiter John Millman hängengeblieben. In Wimbledon scheiterte er davor im Viertelfinale knapp am Südafrikaner Kevin Anderson.

Jungstar Tsitsipas, der als erster Grieche das Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers erreichte wurden von seinen in Melbourne lebenden Landsleuten gefeiert, als sich der Weltranglisten-15. nach 3:45 Stunden für die knappe Niederlage beim Hopman Cup revanchierte. Damit muss Federer auch noch auf seinen insgesamt 100. Turniersieg warten.

In der Rod-Laver-Arena hatte er seiner zwei Jahrzehnte währenden glanzvollen Karriere vor zwei Jahren im reifen Sportleralter noch einmal unerwarteten Schwung verliehen. Mit dem Titel in einem damals nicht erwarteten, höchst spannenden und wechselvollen Finale gegen Rafael Nadal meldete sich Federer noch einmal an der Spitze zurück. Es folgten der achte Triumph in Wimbledon und die Titelverteidigung bei den Australian Open. Die French Open hatte er zuletzt ausgelassen, um sich auf Wimbledon zu konzentrieren, in diesem Jahr wolle er wieder auf Sand spielen, kündigte er nun an.

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