Warum Open Data wirklich etwas bringt

Häppchenweise veröffentlichte die Swisscom letzten Herbst Daten. Ohne grosse Worte. Ohne umschweifende Medienberichterstattung. Es ging ja nicht um Abos, die teurer oder günstiger werden, um die neue 5G Technologie, die auf sich warten lässt oder um die Roaming-Gebühren. Nein, es ging um Daten. Auf den ersten Blick vielleicht langweilige, Excel-Tabellen oder noch schlimmer: .tsv-, .kml-, oder .csv-Dateien welche für viele von uns nichtssagend sind. Doch hinter den kryptischen Datensätzen verstecken sich spannende Geschichten.

So ergibt sich aus den Swisscom-Datensätzen beispielsweise in welchem Kanton wie viel Datendownload betrieben wurde. So wurden am Stichtag im Kanton Zürich innert 24 Stunden über 75’000 Tausend Gigabyte Daten herunter geladen. Ein krasser Gegensatz beispielsweise zu den beschaulichen rund 542 Gigabyte im Kanton Appenzell Innerrhoden.

Noch detailierter zeigt sich die Datennutzung im Kanton Bern. Auch wenn der Datensatz nicht sämtliche Berner Gemeinden abdeckt, so zeigt sich dennoch ein übersichtliches Bild. So sind die Stadt Bernerinnen und Berner die Ausreisser im Datenverbrauch und mit über 9’000 Gigabyte in 24 Stunden Spitzenreiter, gefolgt von Thun, Biel und Köniz. Schlusslicht bildet die Gemeinde Reutigen. In der kleinen Gemeinde bei Spiez wurden am 2. Juli diesen Jahres innerhalb der gemessenen Zeit gerade mal 0,8 GB gebraucht.

Open Data – die Schweiz holt auf

Es ist nur ein kleines Beispiel dafür wie wertvoll öffentlich zugängliche Daten sein können. Dabei geht es weder um Überwachung noch um Persönlichkeitsverletzungen. Mit Open Data veröffentlichen Unternehmen – wie vor einiger Zeit die Post – oder Behörden unkritische Daten und wollen damit zu mehr Transparenz und Innovation beitragen. Alleine auf der Open Data Seite der Swisscom finden sich inzwischen zehntausende Datensätzen, die nur darauf warten analysiert zu werden. Es ist an der Zeit, dass die Schweiz Ränge gut macht und in Sachen Open Data aufholt. Programmierer und Datenjournalisten freut’s und das breite Publikum darf auf bislang unentdeckte Geschichten gespannt sein.

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