Die unendliche Geschichte eines Fussballstadions

Es war 1993. Ich war gerade mal zwei Jahre alt und bekam wenig bis gar nichts davon mit. Doch die Aargauer Fussballwelt war im Hoch. Der FC Aarau gewann unter Trainer Rolf Fringer zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte den Meistertitel. Seither ist viel Wasser die Aare runter geflossen. Der Club stieg aus der höchsten Spielklasse ab, stieg für zwei Saisons wieder auf und 2015 schliesslich abermals in die Challenge League ab. Seither dümpelt der Club vor sich hin. Es fehlt das Erfolgserlebnis. Der frühere Coach der Schweizer Fussballnationalmannschaft Ottmar Hitzfeld sagte jüngst treffend: Der FC Aarau braucht ein neues Stadion. Sonst wäre es eine Katastrophe.

Tatsächlich läuft die Bewilligung der Schweizer Fussballliga Swissfootball League für den Club im Mittelland-Kanton 2021 ab. Bis dahin müssen die Bauarbeiten begonnen haben. Ansonsten wird dem einstigen Meisterclub der Stecker gezogen. Das wäre das Ende.

Angefangen hatte alles 1985, als der Fussballclub den Cuppokal gewann und man sich nach dem Spiel mit 13’000 Fans im alten Stadion Brügglifeld einig war: „Es braucht ein neues Stadion, das dem Verein würdig ist“. Viele Ideen und Projekte machten die Runde bis 2003 der Einwohnerrat schliesslich einem Planungskredit für ein neues Stadion zustimmte. Doch Fakt ist: bis heute wird im Brügglifeld gespielt.

Durch die schwierige Lage rund ums Stadion engagieren sich inzwischen auch private Spender für das Fussballstadion. Der Verein „meinstadion.ch“ hat mit seiner Crowdfunding-Aktion bereits über eine Millionen Franken gesammelt. Das Geld soll den Kosten für den Stadionbau beigesteuert werden, sollte die Ende 2017 präsentierte Lösung mit den Hochhäusern erfolglos bleiben. Mit dem Geld aus der Crowdfunding-Kampagne erhoffen sich die Initianten auch auf das ursprüngliche Projekt zurückzugreifen. Denn bei diesem läuft – zwei Jahre nach dem höchstrichterlichen Urteil – am 18. Mai diesen Jahres die Baubewilligung aus.

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