Keine Attrappe: DHL-Paketbombe war zündfähig

Ein bewaffneter Polizist sperrt am 01.12.2017 die Straßen an einen Weihnachtsmarkt in der Innenstadt von Potsdam ab. An dem Markt haben Bombenentschärfer am Freitag ein verdächtiges Paket unschädlich gemacht. Quelle: dpa

Die am vergangenen Freitag in einer Potsdamer Apotheke entdeckte Paketbombe war tatsächlich mit Batterien zündfähig. Eine Explosion hätte tödlich enden können.

«Es war eine Sprengvorrichtung, die bei einer Umsetzung erhebliche Gefahr für Leib und Leben bedeutet hätte», sagte Innenstaatssekretärin Katrin Lange am Donnerstag im Innenausschuss des Brandenburger Landtags. An einer Metallbüchse mit Nägeln und einem Polenböller seien mehrere Batterien angeschlossen gewesen. Daher werde wegen räuberischer Erpressung und Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion ermittelt.

Nach Angaben des Innenministeriums sind bei der Sonderkommission «Quer» bislang 113 Hinweise eingegangen. Dadurch habe sich bislang keine heiße Spur ergeben, sagte der zuständige Referent Andreas Backhaus. «Darunter sind auch Meldungen zu verdächtigen Paketen, die sich bislang aber stets als harmlos herausgestellt haben», sagte Backhaus.

Erpresser forderte Lösegeld

Nach Angaben von Lange war eine am 6. November bei einem Online-Händler in Frankfurt (Oder) entdeckte Paketbombe vom Händler sofort als verdächtig eingestuft worden. Daraufhin sei die Sendung von Spezialisten der Polizei untersucht worden. «Auch dabei handelte es sich um eine unbekannte Spreng- und Brandvorrichtung», sagte Lange. «Wir gehen davon aus, dass auch diese Sendung von dem Erpresser aufgegeben wurde.»

Der unbekannte Erpresser hatte Anfang November Paketbomben an einen Online-Versandhändler in Frankfurt (Oder) und vergangenen Freitag an eine Apotheke in Potsdam geschickt. In einem mit einem «QR»-Code verschlüsselten Schreiben wurde DHL zur Zahlung einer Geldsumme in Höhe von mehreren Millionen Euro aufgefordert. Es handelt sich dabei um einen Barcode, mit dem Informationen verschlüsselt versendet werden können.

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