13 Minuten husten und zucken: Die Todesstrafe

Bild von dem höchsten Gericht in der USA, dem Supreme Court in Washington DC. (14. Februar 2016/EPA/MICHAEL REYNOLDS) +++(c) dpa - Bildfunk+++

In 57 Staaten weltweit ist die Todesstrafe durch Methoden wie der Giftspritze, Erschießen oder Enthaupten noch an der Tagesordnung. 13 Minuten lang hat sich Ronald B. Smith bei seiner Exekution nach der ersten Spritze des Giftcocktails gequält. Der Mann saß im US-Staat Alabama wegen Raubmordes in Haft und wurde am 09.12.2016 durch die Giftspritze exekutiert. Doch ist es eine legitime Bestrafung durch den Staat 13 Minuten lang bei Bewusstsein zu leiden bevor der Tod letztendlich eintritt?

Das Bild zeigt eine Liege in den USA welche bei der Hinrichtung durch die Giftspritze verwendet wird. +++(c) dpa – Bildfunk+++

Nach 30 Minuten wurde Ronald B. Smith für Tod erklärt. „Ein typischer Zeitrahmen für eine derartige Exekution.“,  erklärte der Sprecher der staatlichen Gefängnisbehörde. Die erste Injektion bei dem Giftcocktail soll den Häftling normalerweise bewusstlos machen. Durch eine Umstellung des Medikamentes von Pentobarbital auf das Medikament Midazolam, welches keine Bewusstlosigkeit garantiert, kam es zu diesem Vorfall. Das Medikament Pentobarital steht nicht mehr zur Verfügung, da Hersteller im Ausland die Lieferung eingeschränkt haben. Ihr Ziel ist es, dieses Mittel nicht mehr für Hinrichtungen zu verwenden. Im Jahr 2015 fanden in den USA insgesamt 28 Exekutionen statt.

 

Aktuell werden noch folgende Hinrichtungsmethoden angewandt:

  • Enthaupten (Saudi-Arabien)
  • Erhängen (Afghanistan, Ägypten, Bangladesch, Indien, Irak, Iran, Japan, Jordanien, Malaysia, Pakistan, Singapur, Sudan, Südsudan)
  • Giftinjektion (China, USA, Vietnam)
  • Erschießen (China, Indonesien, Jemen, Nordkorea, Saudi-Arabien, Somalia, Taiwan, Tschad, Vereinigte Arabische Emirate)

In der folgenden Weltkarte kann nachgesehen werden, in welchen Ländern die Todesstrafe abgeschafft bzw. noch durchgeführt wird.

 

In dem Jahr 2015 wurden mindestens 1634 Gefangene weltweit exekutiert, in der folgenden Grafik können die jeweiligen Länder und die Anzahl der Exekutionen eingesehen werden.

Darin sind die durchgeführten Exekutionen in China nicht enthalten, da die Zahlen zur Todesstrafe dort als Staatsgeheimnis behandelt werden. Chinas höchster Richter hat die massive Anwendung der Todesstrafe in China verteidigt, es wären nur eine „äußerst kleine Anzahl Verbrecher“ in den letzen Jahren exekutiert worden. Es wird geschätzt, dass dort zuletzt mehr als 2000 Menschen im Jahr 2016 hingerichtet wurden, im Jahr 2015 wurde die Zahl noch auf über 1000 geschätzt. Damit richtet China mehr Menschen hin als der Rest der Welt zusammen.

Die Wiedereinführung der Todesstrafe per Gesetz geschieht nur in seltenen Fällen. Seit 1990 haben nur vier Staaten die Todesstrafe als Urteil wieder eingeführt, diese waren: Gambia, Papua-Neuguinea, Nepal und die Philippinen. Jedoch verzichtet Nepal wieder auf die Todesstrafe.

Aktuell möchte der Türkische Präsident Tayyip Erdogan  im türkischen Parlament über die Wiedereinführung der Todesstrafe debattieren. Um die Todesstrafe in der Türkei wiedereinführen zu können, ist eine Änderung der Verfassung notwendig, für die Präsident Erdogan keine alleinige Mehrheit innerhalb des Parlaments mit seiner islamisch-konservativen AKP hat. Für den Fall, dass diese wieder eingeführt werden sollte, hat die EU deutlich gemacht, dass die Türkei in diesem Fall nicht der EU beitreten könne. (Stand 11.03.2017)

1899 existierten nur drei Staaten, die auf die Todesstrafe verzichteten. Seit dem stieg die Anzahl der Länder, die auf die Hinrichtung von Straftätern verzichten von Jahr zu Jahr an.

Aktuell ist seit der Abschaffung der Todesstrafe in Deutschland lebenslange Haft die Höchststrafe im deutschen Recht. Jedoch bedeutet <<Lebenslänglich>> nicht gleich, dass der Verurteilte bis zum Tod im Gefängnis verbleiben muss. Eine lebenslange Haft kann nach 15 Jahren unter den Bedingungen der guten Führung und einer günstigen Sozialprognose auf Bewährung ausgesetzt werden. Im Falle, dass der Antrag auf Bewährung abgelehnt wird, hat der Häftling die Möglichkeit, ihn alle zwei Jahre neu zu stellen.
Wenn das Gericht jedoch eine <<besondere Schwere der Schuld>> beim Täter festlegt, kommt dieser nur in Ausnahmefällen, wie beispielsweise einer schwere Krankheit, vorzeitig frei.

Was halten Sie von der Todesstrafe? Denken Sie, dass eine Wiedereinführung der Todesstrafe in Deutschland sinnvoll wäre?

Quellen:
DPA
Anmesty International
Wikipedia

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