Opel-Übernahme: Die Veränderungen des neuen Managements

Das Werk der Adam Opel AG, aufgenommen am 06.03.2017 in Eisenach (Thüringen). (Hinweis: Die Kamera wurde während der Aufnahme gedreht) Foto: Candy Welz/Arifoto Ug/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Der Sanierungskurs für Autobauer Opel unter dem neuen Managements des französischen PSA-Konzerns kommt nun ins Rollen. Die Hoffnungen und Zweifel der Verantwortlichen sind ausgeglichen in dieser Situation. Eine große Sorge besteht: Wird es Einschnitte bei den Angestellten geben?

Politiker und Gewerkschaftsvertreter aus Hessens bemühen sich nach der vereinbarten Opel-Übernahme durch den französischen Autokonzern PSA um Zuversicht. Die Sorge vor Einschnitten für Standorte und Beschäftigte hält jedoch an. Die Arbeitnehmervertreter müssten bei den Gesprächen über den Sanierungskurs des neuen Managements mit am Tisch sitzen und die Verhandlungen für alle Beteiligten transparent gestaltet werden, lauteten am Montag die Kernforderungen an PSA-Chef Carlos Tavares.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) begrüßte zwar die Zusage von PSA Peugeot Citroën, die bestehenden Verträge über Standorte, Beschäftigung und Investitionen zu erhalten und Opel/Vauxhall als eigenständige Marken mit eigenständigem Management fortzuführen. Jetzt stünden aber weitere wichtige Schritte an.

«Die Verträge müssen intensiv geprüft werden, insbesondere von den Vertretern der Arbeitnehmer», forderte der Regierungschef in einer gemeinsamen Erklärung mit seinen Amtskollegen aus den Opel-Ländern Rheinland-Pfalz und Thüringen, Malu Dreyer (SPD) und Bodo Ramelow (Linke), sowie Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD). Es müsse gewährleistet sein, dass das europäische Management von Opel/Vauxhall, der Gesamtbetriebsrat und der europäische Betriebsrat in vollem Umfang in die weiteren Gespräche einbezogen werden.

Der hessische SPD-Partei- und Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel begrüßte ebenfalls die Zusagen aus Frankreich. «Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt aber erst», konstatierte Schäfer-Gümbel. «Beim Zukunftsplan für Opel entscheidet sich, was die bisherigen Verlautbarungen wert sind.» Rüsselsheims Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) rief dagegen dazu auf, die Verhandlungen nicht durch Spekulationen und Verunsicherungen zu begleiten. Es müsse erreicht werden, dass die Opel-Jobs langfristig erhalten bleiben.

Der IG-Metall-Chef des Gewerkschaftsbezirks Mitte, Jörg Köhlinger, betonte: «Wir erwarten Planungssicherheit für die Beschäftigten.» Es gehe um die Zukunft von 19 000 Menschen an den deutschen Opel-Standorten. «Einen Stellenabbau muss es notwendigerweise nicht geben», sagte Köhlinger. «Wir setzen nicht auf Kahlschläge, wenn das irgendjemand anderes tun würde, wüssten wir uns dagegen auch zur Wehr zu setzen.» Nach den derzeit geltenden Tarifverträgen sind die Jobs an den Opel-Standorten bis Ende 2018 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt, Investitionszusagen der bisherigen Opel-Mutter General Motors (GM) reichen sogar bis ins Jahr 2020.

«Opel war lange genug die ungeliebte Unternehmenstochter von General Motors», sagte Grünen-Fraktionschef Mathias Wagner. Zwischen PSA und Opel solle eine Partnerschaft unter Gleichen angestrebt werden. «Wir hoffen, dass Opel im PSA-Konzern eine faire Chance bekommt, sich als starke deutsche Marke zu entwickeln», sagte der Vorsitzende der FDP-Fraktion, Florian Rentsch. Linken-Fraktionschefin Janine Wissler warnte dagegen vor der Strategie der Franzosen, PSA habe einen erheblichen Stellenabbau hinter sich: «Dass dieser Kahlschlag nach Ablauf der von GM übernommenen Beschäftigungszusagen Ende 2018 bei Opel weitergehen soll, ist zumindest zu befürchten.»

PSA und General Motors (GM) haben sich auf die Übernahme des Rüsselsheimer Autobauers geeinigt. Die Franzosen wollen den verlustreichen deutschen Hersteller bis 2020 wieder profitabel machen. Der PSA-Konzern mit seinen bisherigen Marken Peugeot, Citroën und DS steigt mit dem Kauf zur Nummer zwei auf dem europäischen Markt hinter der VW-Gruppe auf. Das Geschäft soll bis Ende des Jahres unter Dach und Fach sein, die Wettbewerbsbehörden müssen noch zustimmen.

Quelle:

DPA

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