„Wen soll ich wählen?“

Wer vertritt welche Ansichten? Wer hat die beste Lösung parat? Ein Überblick zu bekommen ist schwierig. Die kompliziert formulierten Wahlprogramme der Parteien sind da auch keine große Hilfe.

Stuttgart (dpa/lrs) – Komplizierte Fremdwörter, Anglizismen und Schachtelsätze – die Programme der Parteien zu den anstehenden Landtagswahlen sind einer Studie zufolge schwer zu verstehen. „Die Wahlprogramme sind so unverständlich wie eine Doktorarbeit“, lautet das am Montag veröffentlichte Ergebnis einer Studie der Stuttgarter Universität Hohenheim in den drei Bundesländern, in denen am kommenden Sonntag gewählt wird.

Es gibt aber auch Unterschiede innerhalb der Wahlprogramme: Gerade Einleitung, Schluss und die Kritik an den politischen Gegnern seien klar formuliert, erläuterte Brettschneider. „Es sind vor allem die Fachabschnitte, die oft sehr kompliziert sind.“ Die Parteien vergäben damit Chancen, Bürger für sich zu gewinnen. „Selbst wenn die Wähler nicht das gesamte Programm lesen, so schauen sich einige von ihnen doch zumindest die Passagen an, die sich auf Themen beziehen, die ihnen wichtig sind.“

Eine Zusammenfassung der Wahlprogramme stellt das Redationsteam des SWR zur Verfügung:

swr

 

Wer jedoch noch gar keinen Überblick hat, kann die Möglichkeit des Wahl-O-Mats nutzen:

Wahlomat

Leichte Differenzen stellen die Wissenschaftler auch fest zwischen den Wahlprogrammen von Regierungs- und Oppositionsparteien. „Die Parteien schreiben in der Opposition im Schnitt etwas verständlicher als in der Regierung.“ Allgemein häufig benutzte Wörter sind „Menschen“ und „Land“. Die Opposition wählt eher fordernde Formulierungen wie „müssen“, „sollen“ und „mehr“. Die Regierungsparteien tendieren in ihrer Wortwahl zu „unterstützen“, „fördern„ und „stärken“.

Auch parteiintern haben die Programme nach den Erkenntnissen der Experten eine wichtige Funktion. „Während der Arbeit am Programm klären die Mitglieder innerparteiliche Positionen und bündeln verschiedene Interessen.“ Das Programm diene auch als Grundlage für Koalitionsverhandlungen oder für die Arbeit in der Opposition. Brettschneider resümierte: „Entgegen landläufigen Behauptungen halten sich Parteien nach den Wahlen auch häufig an ihre Programm-Aussagen.“