Antholz 2016: Schempp Zweiter, Damen schwach

Rang zwei: Ein Fehler beim letzten Schuss kostet Simon Schempp den Sieg im Verfolger von Antholz (Foto: dpa)

Es ist einer der Höhepunkte der Saison: Der Biathlon-Weltcup in Antholz hat nicht nur große Tradition, er gilt auch als schneesicher und begeistert jedes Jahr wieder durch großartige Stimmung. So kommen Sportler und Fans immer wieder gerne in das Südtiroler Biathlon-Mekka. Das taten sie auch 2016. Vom 20. bis 24. Januar war Antholz in diesem Jahr Schauplatz des sechsten Weltcups der Saison. Wir blicken in einem kleinen Dossier zurück auf die Tage in Südtirol. Wie erging es unseren deutschen Biathlon-Stars?

Teil 5: Schempp Zweiter, Damen schwach (Verfolgung)

Ein Fehler beim allerletzten Schuss hat Simon Schempp den geschichtsträchtigen Antholz-Hattrick gekostet. Nach zuletzt fünf Siegen in der Südtirol-Arena beendete der von Ricco Groß trainierte russische Biathlet Anton Schipulin die stolze Serie des Schwaben. Nebeneinander standen die beiden Skijäger im Verfolgungsrennen beim letzten Schießen, als sich Schempp die folgenschwere Fehleinschätzung leistete. „Ich habe eigentlich das Gefühl gehabt, dass der Anton null hatte. Irgendwie habe ich da die Konzentration verloren, dann war der Schuss auch schon weg“, sagte der 27-Jährige. Trotzdem durfte er stolz sein auf die siebte Podiumsplatzierung in dieser Saison: „Ich bin mit dem zweiten Platz unheimlich zufrieden.“

Einen Tag nach seinem Sprint-Sieg schien der Biathlon-Star vor den Augen seiner Eltern auch im Jagdrennen erneut auf Siegkurs. 19 Schuss traf er mit traumwandlerischer Sicherheit, doch dann vermasselte ihm jener kleine Moment der Unachtsamkeit den zehnten Weltcup-Sieg. Schempp machte sich Momente nach dem ebenfalls einmal patzenden Schipulin auf den Weg in die Strafrunde. „Ich habe versucht, den zweiten Platz zu halten. Ich wusste, der Anton ist stärker.“

Das Verfolgungsrennen am Samstag in der Südtirol-Arena war gut losgegangen, die fünf Deutschen trafen jeweils ihre ersten fünf Scheiben. Bis zum letzten Schießen blieben von den DSV-Akteuren aber nur Schempp und Birnbacher fehlerfrei. Altmeister Birnbacher konnte als Einziger die Strafrunde vermeiden, lief von Platz 41 auf Rang 14. Der Sprint-Neunte Arnd Peiffer wurde Fünfter. Und auch Verfolgungsweltmeister Erik Lesser verbesserte sich, schaffte es als 18. ebenfalls noch in die Top 20. Benedikt Doll fiel auf Rang 23 zurück.

Trotz sieben Strafrunden schaffte Miriam Gössner zuvor in der Damen-Verfolgung als 20. die beste deutsche Platzierung. „Es waren definitiv drei, vier Fehler zu viel. Ich kann das besser und weiß einfach nicht, woran es momentan hakt“, sagte Gössner. Ohne die wegen eines Infekts pausierende Laura Dahlmeier und Maren Hammerschmidt sowie die verletzte Franziska Preuß enttäuschten die deutschen Biathletinnen beim Sieg der Russin Jekaterina Jurlowa erneut.

„Wir hatten uns mehr vorgenommen“, sagte Damen-Bundestrainer Gerald Hönig nach dem bis dahin schwächsten Saisonergebnis. Sein Team war erstmals in diesem Winter bei einem Weltcup ohne Podestplatz in einem Einzelrennen geblieben. Man werde nun aber nicht „in Depression verfallen: Die Mädels haben dieses Jahr schon so viel Hervorragendes geleistet. Wir werden uns jetzt nicht aus der Bahn werfen lassen oder unsere Konzeption umschmeißen.“

Schon in der Damen-Staffel am letzten Tag von Antholz soll es wieder aufwärts gehen. Im vorigen Jahr gab es im Wind-Chaos trotz zweier Strafrunden von Franziska Hildebrand einen Überraschungssieg. In der Verfolgung war die zweimalige Saisonsiegerin lediglich auf Platz 27 gelaufen. „In der Staffel kann alles passieren. Wir sind trotzdem eine schlagkräftige Truppe“, sagte die 28-Jährige.

dpa


Dossier zum Biathlon-Weltcup Antholz 2016

Teil 1: Ohne Dahlmeier, mit Schempp
Teil 2: Italiens neuer Biathlon-Star
Teil 3: Gössner scheitert am Schießstand (Sprint Damen, 21. Januar)
Teil 4: Schempp siegt im „Wohnzimmer“ (Sprint Herren, 22. Januar)
Teil 6: Ein Japaner steht im Weg (Staffeln, 24. Januar)