Antholz 2016: Schempp siegt im „Wohnzimmer“

Der strahlende Sieger: Simon Schempp stand in Antholz wieder ganz oben auf dem Podest (Foto: dpa)

Es ist einer der Höhepunkte der Saison: Der Biathlon-Weltcup in Antholz hat nicht nur große Tradition, er gilt auch als schneesicher und begeistert jedes Jahr wieder durch großartige Stimmung. So kommen Sportler und Fans immer wieder gerne in das Südtiroler Biathlon-Mekka. Das taten sie auch 2016. Vom 20. bis 24. Januar war Antholz in diesem Jahr Schauplatz des sechsten Weltcups der Saison. Wir blicken in einem kleinen Dossier zurück auf die Tage in Südtirol. Wie erging es unseren deutschen Biathlon-Stars?

Teil 4: Schempp siegt im „Wohnzimmer“ (Sprint Herren)

Simon Schempp bleibt der Dominator von Antholz. In beeindruckender Manier feierte Deutschlands Skijäger Nummer eins den Sieghattrick im Südtiroler Biathlon-Mekka und untermauerte mit seinem Erfolg im Sprint seinen Status der absoluten Weltklasse. „Das habe ich heute nicht erwartet, das ist einfach sensationell. Das war ein harter Fight“, sagte der 27-Jährige nach dem vierten Saisonerfolg mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Dank seines insgesamt neunten Weltcupsieges legte der Staffel-Weltmeister den Grundstein für sein drittes Antholz-Double in Serie. In den vergangenen beiden Jahre gewann Schempp als erster Biathlet sowohl den Sprint als auch die Verfolgung.

Simon Schempp: I Love This Place, Antholz!Simon won again here; he admits hat he came back pretty fast from his sickness, because „I did all of that hard work this summer.“

Posted by Biathlonworld on Freitag, 22. Januar 2016

 

Der Uhinger setzte sich mit fehlerfreiem Schießen und der drittbesten Laufzeit bei perfekten Bedingungen vor dem Russen Maxim Zwetkow (0 Fehler/+ 5,8 Sekunden) und Tarjei Bö aus Norwegen (0/+ 10,8) durch. Das Teamergebnis rundeten Arnd Peiffer (0/+ 24,3) als Neunter und Benedikt Doll (1/+ 33,6) auf Rang elf ab. Für Erik Lesser (3/+ 1:15,6 Minuten), zuletzt Massenstart-Sieger in Ruhpolding, reichte es diesmal nur zu Rang 34., Andreas Birnbacher kam auf Rang 41. Johannes Kühn verpasste als 70. das Verfolgerrennen.

Antholz ist Schempps „Wohnzimmer“ – wie früher Wimbledon für Boris Becker. „Ich kann nicht sagen, woran es wirklich liegt. Aber ich laufe hier einfach gerne“, sagte der Staffel-Weltmeister, dem die Höhe von 1600 Metern im Gegensatz zu vielen anderen nichts auszumachen scheint. „Der eine kommt mit der Höhe besser zurecht als der andere. Ich scheine weniger Probleme zu haben“, meinte Schempp, der im Ziel völlig ausgepumpt liegen blieb, zum Jubeln fehlte die Kraft. Auf dem Siegerpodest nahm er aber bestens gelaunt die Ovationen der über 10 000 Fans entgegen.

Angesichts seines erneuten Triumphes schmerzte es ihn umso mehr, dass er wegen der Nachwehen eines Infektes zu Jahresbeginn zwei Wochen pausieren musste und damit alle Chancen auf den erstmaligen Gewinn des Gesamtweltcups einbüßte. „Das ist extrem schade. Aber es hilft mir nichts, in der Vergangenheit zu grübeln. Ich muss nach vorne schauen. Rennen wie heute helfen einem da mehr drüber hinweg“, sagte er. In der Verfolgung will er noch einen draufsetzen: „Aber das Rennen geht von neuem los, die alten Ergebnisse nützen mir dann nichts.“

dpa


Was bisher geschah …

Er ist derzeit wohl der beste deutsche Biathlet: Simon Schempp. Der 27-Jährige läuft in diesem Winter trotz Krankheitspause die vielleicht stärkste Saison seines Lebens. Wir blicken zurück, was bisher in dieser Saison passiert ist.


Dossier zum Biathlon-Weltcup Antholz 2016

Teil 1: Ohne Dahlmeier, mit Schempp
Teil 2: Italiens neuer Biathlon-Star
Teil 3: Gössner scheitert am Schießstand (Sprint Damen, 21. Januar)
Teil 5: Schempp Zweiter, Damen schwach (Verfolgung, 23. Januar)
Teil 6: Ein Japaner steht im Weg (Staffeln, 24. Januar)