++Eil: Schwimmbad-Verbot für Flüchtlinge in Bornheim wird aufgehoben

Blick in das städtische Schwimmbad in Bornheim (Nordrhein-Westfalen). dpa

Das Schwimmbad in Bornheim bei Bonn ist ab Mittwoch wieder für alle Flüchtlinge geöffnet. Das teilte am Montag eine Sprecherin der Stadt mit.

Bornheim (epd) – In der vergangenen Woche hatte die Stadt ein Schwimmbadverbot für männliche Flüchtlinge aus benachbarten Unterkünften erlassen. Sie begründete dies damit, dass junge Flüchtlinge beim Besuch des Bades Frauen verbal und mit anzüglichen Gesten belästigt hätten. Die Entscheidung war auf heftige Kritik gestoßen, weil sie pauschal alle männlichen Flüchtlinge unabhängig von ihrem Verhalten betraf.

Schwimmbad-Verbot ist diskriminierend

Als empörend und diskriminierend hat der Flüchtlingsrat NRW das Schwimmbadverbot der Stadt Bornheim für männliche Flüchtlinge bezeichnet. „Es ist in Ordnung, Störer gezielt fernzuhalten. Aber es darf nicht pauschal eine ganze Gruppe treffen“, sagte die Geschäftsführerin, Birgit Naujoks, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Sie bezeichnet den Schritt der Stadt als diskriminierende Maßnahme

Info-Veranstaltungen in Flüchtlingsunterkünften

Mit Info-Veranstaltungen in den Unterkünften sollten die Flüchtlinge darüber aufgeklärt werden, dass sexuelle Belästigung auf keinen Fall akzeptiert werde, ob im Schwimmbad oder an anderen Orten, hatte Sozialdezernent Markus Schnapka dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Freitag gesagt.

Die ersten Info-Veranstaltungen mit Übersetzern in vier Sprachen hätten bereits am Donnerstag stattgefunden, hieß es. Einige der Flüchtlinge hätten Verständnis für die Maßnahme der Gemeinde gezeigt. Andere hätten sich diskriminiert gefühlt und erklärt, man könne nicht alle männlichen Flüchtlinge mit einem Schwimmverbot bestrafen, wenn nur einige wenige sich falsch verhalten hätten.