Porträt: Jean-Claude Juncker

Juncker mit Wahlkampfmanager Selmayr

Ihm zugunsten will nun die SPD auf einen Posten für Martin Schulz in der Kommission verzichten: Jean-Claude Juncker soll der nächste Kommissionspräsident werden – sofern man Schulz dafür wieder zum Präsidenten des Europäischen Parlaments wählt. Wer ist der Luxemburger, für den nun auch die SPD den Weg frei machen will?

Jean-Claude Juncker wurde 1954 im luxemburgischen Redingen geboren. Er wuchs als Sohn eines Hüttenwerkspolizisten im Süden Luxemburgs auf. 1975 begann er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Straßburg, das er 1979 abschloss. Im Februar 1980 wurde er von der Anwaltskammer vereidigt und als Rechtsanwalt zugelassen – einen Beruf, den er nie ausübte, da er sich bereits der Politik zugewandt hatte.

Im Jahre 1982 wurde Juncker zum Staatssekretär für Arbeit und soziale Sicherheit ernannt. 1984 errang er bei den Wahlen zur luxemburgischen Abgeordnetenkammer erstmals ein Mandat. Er trat weder dieses noch die bei den folgenden Wahlen errungenen jemals für längere Zeit an, da er auch in den weiteren Legislaturperioden der Regierung angehörte.

Am 20. Januar 1995 wurde Juncker luxemburgischer Premierminister, 2004 für die Dauer von zwei Jahren zum ersten ständigen Vorsitzenden der Euro-Gruppe.

2013 schied Juncker schließlich in Folge einer Geheimdienstaffäre aus seinen luxemburgischen Regierungsämtern aus.

Während der Europawahl 2014 kandidierte er für die Europäische Volkspartei als Spitzenkandidat. Trotz Widerstands aus Großbritannien werden ihm nun Chancen eingeräumt, Präsident der Europäischen Kommission zu werden.

 

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