Twitter-Experiment: In drei Tagen Followerzahl verdoppelt

Was für ein Quatsch sind Followerzahlen.

Beim Lesern der Tweets von Twitter-Nutzern hat man häufig einen Seitenblick darauf, wie viele andere dem Schreiber folgen. Und wenn man mit den Leuten ins Gespräch kommt, fragt man sich: Findet der auch sonst Beachtung? Folgen dem viele andere? Und bevor man sich jetzt intensiv um einen knackigen 140-Zeichen-Tweet bemüht: Hat der womöglich nur Spammer als Follower? Und irgendwie bei seiner Twitter-Reputation geschummelt?

Seit dem vergangenen Wochenende weiß ich, wie einfach es ist, die Zahl der Follower auf die Schnelle zu verdoppeln.

Es ist völlig egal, dass ich seit den Anfängen in Twitter im vergangenen Herbst 2008 noch mit anderen Engagierten ums Followen, Refollowen, Nichtmehrfollowen und Zurückfollowen gestritten habe. Da gab’s mit zum Beispiel dem Twitter-Nutzer @denquer eine durchaus beachtenswerte Diskussion drüber, ob man dem andern folgen muss, wenn der einem zurückfolgt. Es ging um die Twitteretiquette, das Ethos: Ich hör Dir zu, wenn Du mir zuhörst. Klartext damals: Hör mir zu!, denn ich hör Dir auch zu!

Im Frühjahr 2009 gilt das nicht mehr. Wenn allein die Zahl der Follower zählt, fällt die Twitteretiquette über Bord, und das Vorankommen gelingt mit wenigen Klicks ohne Rücksicht auf Verluste sehr viel einfacher.

Das notwendige Geklicke ist schnell erzählt.

In meinem Account @homofaber habe ich die 08/15-Technik des Followens Etablierter übers vergangene Wochenende angewandt. Ich folgte binnen einer Stunde allen jenen etablierten Twitter-Schreibern, die in der Regel sofort zurückfollowen. Ungefähr 500 Leute oder besser:  500 Twitter-Accounts habe ich bepudert. Seit Freitagabend habe ich alle diese Twitter-Accounts befollowt, die bekanntermaßen umgehend zurückfollowen.

Seitdem ist die Zahl meiner Follower von 420 auf ~810 hochgeschossen. Da kommen irgendwelche SEO-, Twitter-, Social-Community-Experten vor allem aus den USA aus den Startlöchern. Und es geht ohne mein weiteres Zutun weiter. Denn offenbar verfolgen viele weitere Twitternutzer und Twitterbots, wer sich als Neufollower bei den Etablierten eingetragen hat. Diese folgen mir nun ebenfalls. Wahrscheinlich habe ich in Kürze mit dieser einen Stunde „Arbeit“ mehr als 1000 Follower.

Ehrlich war das nicht. Mich haben nicht die Leute interessiert, die da tweeten, sondern es ging mir darum, die Mechanik von Twitter auszuloten. Und die ist wirklich 08/15. Wer’s drauf anlegt, kann hier ganz schnell ganz vorne auftauchen.

Wenn ich nun also in irgendwelchen Twitter-Hitparaden weit vorne erscheinen sollte: Es war ein Experiment. Meinen Account @homofaber werde ich wieder bereinigen. Aber das wird schwierig: Ich schätze, dass mir die Unfollower nicht so hold sind wie die Follower. Gezählte Beziehungen sind bei Twitter die Währung. Ich plädiere dafür, künftig auf die Qualität der Beziehung zu achten.

Klingt wie Real Life. Werde jetzt erstmal @denquer refollowen.

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