Im Dschungel der Wichtigtuer

Nach langer Zeit interessiere ich mich mal wieder fürs TV. Die Kommentare von Dirk Bach und Sonja Zietlow über die Bewohner des Dschungelcamps sind feinst ersonnene Häme von 1A-Unterhaltern. Weil gerade Günther Jauchs „Weisheit der Vielen“ auf RTL gnadenlos mit dem Auszählen von Zähnen eines Alligatoren überzieht und die Ausstrahlung des 10. Tages im Dschungelcamp verzögert, bleibt Zeit für folgende Beobachtung.


Überflüssiger Metajournalismus erscheint mir das, was gerade zwischen Bloggern und Lohnschreibern an Diskussionen geführt wird. Ich find’s immer wieder erstaunlich, wie wichtig sich viele doch nehmen, egal ob bloggende Journalisten oder journalistisch arbeitende Blogger. Können die sich nicht auf die wirklich wichtigen Dinge reduzieren? Ihre Nachrichten zum Beispiel?

Wolf-Diether Roth hat das Dilemma der Betroffenen dankenswerterweise ausführlich zusammengeschrieben. Auf zwei Sätzen zusammengefasst: Der Schreiber ist wie der Trainer im Stadion, Tausende wissen es besser, nicht selten auch zu recht; sie sind dann auch lauter, unfairer. Und verschaffen sich Gehör.

Damit dürfte doch eigentlich alles gesagt sein.

Aber am Ende wahrscheinlich noch nicht von jedem (so ja auch von mir noch nicht).

So überzieht also gerade die Weisheit der Vielen. Aber dann geht’s los: Die Stimmung ist ein bisschen gedrückt im gerade startenden Dschungelcamp, Bewohnerin Lisa, das magenkranke Küken, ist weg und wird vermisst, dem Eike fehlt die Lisa an allen Ecken und Enden, „diese jugendliche Unbekümmertheit“; Lisa war die, die den Mund nicht zu voll nehmen wollte mit irgend einem Käfer zwischen den Lippen, sich daran offenbar schlimm verschluckte und nun raus musste.

Tag 10 im Dschungel, wo’s drum geht, Leute rauszuvoten, aus einem vergleichsweise überschaubaren, schauspielernden Kreis von Wichtigtuern.

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